Die Kraft des Anfangs – wenn sich der Weg unter den Füßen formt

Mehr und mehr entdecke ich eine neue Leidenschaft im Schreiben. Zu schreiben ist für mich ein sehr persönlicher wortschöpferischer Prozess. In diesem Fall arbeite ich dann nicht mit Papier, Ton oder Farbe sondern modelliere mit meinen Worten.

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Es ist, als würde ich eine kreative Quelle in mir anzapfen, durch die ich eigene Wahrnehmungen und Gefühle übersetze und somit für andere spürbar mache. Je intensiver ich mich in das Erlebnis einfühle, desto leichter poppen die Worte an die Oberfläche meines Bewusstseins. Dort kann ich sie abschöpfen und an der für mich passenden Stelle positionieren. Dieser Prozess ist für mich pure Ästhetik. So wie ein Bildhauer seinen Stein achtsam bearbeitet, schleife und forme ich meine Worte.

Zu Anfang ist nur ein Gefühl. Das spannende daran ist, dass sich meine Worte erst im Nachspüren offenbaren und mit ihnen der Inhalt. Es ist der Prozess, der den Inhalt formt und nicht umgekehrt.

Wenn ich dieses Erleben beim Schreiben auf andere Bereiche übertrage, bestätigt es mir meine Erfahrung, dass es oftmals sehr hilfreich ist, einfach anzufangen. Selbst wenn – oder besser – gerade wenn wir vielleicht noch keine ganz klare Vorstellung haben oder etwas unsicher sind. Im Anfangen und Losgehen erleben wir, wie sich der Weg unter unseren Füssen formt.

Was es braucht ist, die Entscheidung zu starten, den Mut des ersten Schrittes, etwas Vertrauen in den Prozess und am Ende Lust aufs Staunen. Viel Spass!

Foto: Lisa Spreckelmeyer/piqs.de